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Sind Elektrobusse die Zukunft?

Sind Elektrobusse die Zukunft?

Der Dieselmotor ist von gestern. Zu viele Skandale haben ihm den sprichwörtlichen Boden unter den Füßen weggezogen. Wirtschaft und Politik sind seither bemüht, für ein Umdenken zu sorgen, die deutschen Städte mit besserer Luft auszustatten. Mit Fahrverboten für Dieselautos ging es los, nun geht es auch den Bussen an den Kragen. Ein ambitionierter Plan, verfügten doch allein im Jahr 2016 mehr als 6.000 der zugelassenen Busse über einen „traditionellen“ Dieselmotor.

Zweifellos kann der elektrische Personennahverkehr der Umwelt auf lange Sicht helfen. Doch bis dahin liegt ein weiter Weg vor Städten und Kommunen. Die Umstellung geschieht weder von heute auf morgen noch funktioniert sie ohne eine Belastung der Steuerzahler. Ein gefundenes Fressen für Kritiker.

E-Busse sagen Abgasen den Kampf an

Die Bundesregierung hat sich dafür entschieden, die Entwicklung und Testphase der umweltschonenden Fortbewegungsmöglichkeit zu unterstützen. In den kommenden Jahren wird die Einführung von E-Bussen in Deutschland mit einer Milliarde Euro subventioniert. Aus naheliegenden Gründen: Studien haben gezeigt, dass die mehr als 20.000 Dieselbusse über 20 Prozent der Abgase verursachen.

Im Realbetrieb legen E-Busse durchschnittlich 250 bis 400 Kilometer zurück. Dabei finden etwa die Lithium-Ionen-Techonologie oder Lithium-Eisenphospat-Batterien Verwendung. Die Aufladung erfolgt je nach Modell und genutzter Technik über ein Depot, während der Fahrt oder per Mischung aus beidem. Ein Großteil der Hersteller und Partner stammt aus dem Ausland.

Kritiker hegen Zweifel

Der Aufladeprozess ist Kritikern ein Dorn im Auge. Schließlich möchten sich sowohl Fahrer als auch Passagiere darauf verlassen können, zeitnah und pünktlich an ihr Ziel gebracht zu werden. Das wird schwer, wenn der Bus kontinuierlich an die Steckdose angeschlossen werden muss. Probleme, die es mit dem herkömmlichen Dieselmotor, abgesehen vom kurzen Aufenthalt an der Tankstelle, nicht gegeben hat.

Dazu ist die Anschaffung der Elektrobusse teuer und aufwendig. Ein weiteres Problem ist im hohen Energieverbrauch ausgemacht. Betriebswirtschaftlich rechnen sich die erheblichen Kosten für die Klimatisierung noch nicht. Marcel Langer vom Umweltbundesamt zweifelt zudem daran, dass Elektrobusse die durch Feinstaubwerte und Stickoxidbelastung verursachten Probleme lösen können.

Entstehen Mehrkosten für Reisende?

Ob sich Elektrobusse langfristig rentieren, steht derzeit in den Sternen. Wichtiger für Reisende ist ohnehin, ob sie bei ihrem nächsten Städtetrip Mehrkosten einplanen müssen. Eine pauschale Antwort ist momentan nicht gegeben. Immerhin gibt es zwischen den verschiedenen Verkehrsbetrieben keine einheitliche Regelung. Derzeit bewegen sich die Kosten auf dem üblichen und für Dieselmotoren bekannten Niveau. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Preise ob der höheren Ausgaben steigen werden.

 

Foto: unsplash-logoJed Villejo